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Kurzgeschichten


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Ein Beispiel:

Beim Viehhaus am Meißner
Wahr oder nicht wahr?

 

Es war eine gelungene Feier im Viehhaus auf dem Meißner. Die Verwandtschaft aus ganz Deutschland war zusammengekommen, um den 46. Geburttag von Susi zu feiern.

Ein großes Fest ein naturverbundener Rahmen und die meisten Gäste hatten ihr Nachtquartier unweit der Viehhaushütte im Naturfreundehaus, einer ländlichen Unterkunft auf dem Meißner.

Im Naturfreundehaus gab es Kaffee und Kuchen und zur anschließenden Wanderung waren alle erwarteten Gäste angekommen, wenn auch teilweise verspätet, weil nicht jedes Navi das Naturfreundehaus auf dem Meißner kennt, das der Gemeinde Hausen (HeLi) zuzuordnen ist.

Nach dem Spaziergang gab es Spanferkel, vor Ort zubereitet vom Schlachter, rustikale Beilagen und Wein, Bier oder auch härtere Getränke nach Belieben, natürlich auch Wasser. Die Märchenfee vom Meißner erzählte Sagen und Mären und erntete reichlich Applaus. Die Stimmung war bestens, es vergingen die Stunden wie im Flug! Gegen 23.30 Uhr verließen die ersten Gäste die Veranstaltung, die schon gegen 15 Uhr mit dem Waldspaziergang nach dem Begrüßungskaffee begonnen hatte.

Die meisten Gäste hatten allerdings ihr festes Quartier im Naturfreundehaus, wenige hundert Meter von der Viehhaushütte entfernt und gehörten deshalb gern zu den „letzten Gästen“.

Erste Aufräumarbeiten, Kerzen aus, Tür verschlossen, das spielte sich so gegen 1.30 Uhr ab.

Es bildeten sich zwei Gruppen, die zum Naturfreundehaus gingen, die einen rechts an der Straße, 30 m voraus und die Anderen dahinter, vorschriftsmäßig links, entgegen der Fahrtrichtung.

Ein Auto von vorn, nichts Ungewöhnliches, aber um 1.30 Uhr auf dem Meißner vielleicht schon einen Scherz wert!

Sämtliche Gäste hatten schon zu Beginn der Veranstaltung Feuerzeuge bekommen, die nicht nur eine Flamme zeigten, sondern hinten bei Bedarf auch blaues Licht einer LED auf Knopfdruck, normalerweise, um den Weg oder das Schlüsselloch zu finden.


Mitten in der Natur blaues Licht fast am höchsten Punkt des Meißners, das war eine faszinierende Idee. Was würde der Autofahrer wohl denken? Also blinkte ich rhythmisch blau in Richtung des entgegenkommenden Autos und erwartete eine Reaktion des Fahrzeugführers oder eben keine Reaktion, weil das blaue Licht zu schwach war.

Als allerdings vor mir Polizeiblaulicht anging verwandelte sich das Gefühl eines gelungenen Scherzes in: „Was kommt denn nun?“. Der Polizeiwagen hielt ca. 50m vor meiner Gruppe an und blieb stehen. Er redete mit der ersten Gruppe, die vorschriftswidrig rechts ging. Kurzer Stopp, das Blaulicht ging aus, die Polizei für auf den Parkplatz am Viehhaus, machte kehrt und ward nicht mehr gesichtet.

Natürlich wurden die „Falschgeher“ von der Polizei zurechtgewiesen, allerdings nicht nachhaltig, angesichts der 20 m entfernten Abzweigung zum Naturfreundehaus.


Die Blaulichtgruppe, zu der ich auch gehörte, wurde von der Polizei völlig ignoriert, nachdem diese realisiert hatte, dass die Fahrzeuge aller beteiligten Personen an der Viehhaushütte stehen gelassen worden waren: „Keine Alkoholvergehen, keine Randalierer!“


Die Polizei war offenbar von einem oder mehreren besorgten Autofahrern, die den Meißner an diesem Abend überquert hatten, auf die dort noch stehenden Autos und die weiterhin laufende Feier aufmerksam gemacht worden. Andere Ursachen konnte man eigentlich ausschließen, nachdem die Polizei unmittelbar auf dem Viehhausparkplatz wendete und kein weiteres Interesse an dem Vorgang zeigte.

Polizei- Blaulicht wegen eines Feuerzeuges um 1.30 Uhr auf dem Meißner – unglaublich, aber wahr!

So endete die Dienstfahrt der Polizei mit einer Wende auf dem Viehhausparkplatz. Das kleine und das große Blaulicht sorgten für Gesprächsstoff.